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"Da kam dann das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief's ganz flüssig."

Paul Breitner

Legendäre Elfmeterschießen: Ein junger Keeper als Held

Auf dem Weg zum Titel wartet im Halbfinale der WM 2010 der Fußballklassiker England - Deutschland auf den Finalteilnehmer. Ein junger Keeper sollte zum Helden werden.

Halbfinale der Weltmeisterschaft 1990 in Italien – einer der Klassiker des Fußballs steht an: Deutschland trifft auf England. Andreas Brehme bringt die Deutschen per Freistoß in Führung, Gary Linneker gleicht zehn Minuten vor Schluss aus. Im Fokus steht jedoch ein anderer: Bodo Illgner bewahrt seine Mannschaft mit diversen Glanzparaden vor einer hohen Führung der zunächst deutlich überlegenen Engländer. Es bleibt beim 1:1 – die Entscheidung fällt im Elfmeterschießen.

Elfmeterschießen muss die Entscheidung bringen

England muss vorlegen, Deutschland zieht nach. Die ersten drei Schützen beider Mannschaften verwandeln ihre Strafstöße sicher, bevor als sich Stuart Pearce den Ball zurechtlegt. Der Verteidiger wählt einen extrem lange Anlauf und entscheidet sich für die halblinke Ecke. Der Schuss ist hart, dafür wenig platziert. Bodo Illgner ahnt die Ecke und wehrt den Ball ab. Daraufhin tritt Olaf Thon für Deutschland an. Der damaliger Münchner lässt Peter Shilton keine Chance und verwandelt sicher zum 4:3. Nächster Schütze für England: Chris Waddle. Der muss treffen, um seine Mannschaft im Elfmeterschießen zu halten. Wieder einer langer Anlauf, wieder ein Gewaltschuss und wieder kein Tor. Waddle knallt den Ball über die Latte in den Turiner Nachthimmel. Deutschland ist damit zum dritten Mal in Serie im Finale bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Held des Spiels: Der damals erst 23-jährige Bodo Illgner.

Das Elfmeterschießen im Video

Per Zufall zum Helden

Dabei Illgner hatte seine Blitzkarriere überhaupt erst dem Zufall zu verdanken. 1987 wurde er zum Stammkeeper des 1. FC Köln, weil Toni Schumacher vom Verein suspendiert wurde. Der junger Keeper überzeugte schnell durch gute Leistungen und erhielt ein Jahr später, mit gerade einmal 21 Jahren, auch in der Nationalmannschaft das Vertrauen von Teamchef Beckenbauer. Dabei profitierte er abermals von einem Abgang eines Konkurrenten: Eike Immel hatte nach der EM seinen Rücktritt aus der Nationalelf verkündet. Die Weltmeisterschaft 1990 wurde schließlich zum Höhepunkt Illgners Karriere. Nach seinen Heldentaten im Halbfinale wurde er zum jüngsten Stammtorhüter überhaupt, der einen Weltmeistertitel feiern konnte.

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