Vorschau: Deutschland - Türkei

Date 25. Juni 2008, 10:05 Uhr Autor Jochen Stoephasius

Kurz vor dem Halbfinale zwischen der deutschen Nationalmannschaft und den “anatolischen Glückskeksen” blickt das ganze Land (inkl. sämtlicher vorwiegend von türkischstämmigen Menschen bewohnten Stadtvierteln) erwartungsvoll nach Basel. Wenn man die Stimmung in Deutschland beschreiben will, wird schnell klar, dass es heute um mehr geht als um den Einzug ins Finale einer Europameisterschaft: Es ist ein Spiel zwischen zwei Kulturen, die hier mehr neben- als miteinander leben und nun erstmals bei einem Turnier aufeinander treffen. Bei den Türken dürfte der Frust noch tief sitzen die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland verpasst zu haben, für uns geht es darum der größten Einwanderergruppe zu beweisen, dass wir die klare Nummer eins im Fußball sind. Bei Ligaspielen würde man heute von einem “echten Derby” sprechen.

Aus Angst vor Ausschreitungen sind leider an vielen Orten die Public-Viewing-Veranstaltungen abgesagt worden. Selbst eingefleischte Multi-Kulti-Fans sorgen sich um die Sicherheit auf den Straßen Deutschlands. Ich persönlich sehe dem Abend (trotz meiner Erinnerung an die Randale nach der Niederlage gegen die Schweiz bei der letzten WM-Qualifikation) ziemlich gelassen entgegen: Solange niemand durch einen unberechtigten Elfmetertreffer oder wegen krassen Schiedsrichterfehlern gewinnt und das Spiel insgesamt fair und friedlich verläuft, dürften größere Unruhen ausbleiben. Störenfriede gibt es natürlich trotzdem immer auf beiden Seiten.

Die sportliche Prognose sieht übrigens eindeutiger aus, als es viele behaupten: Wir sind ganz klar der Favorit! Da die Türkei viele Ausfälle hat und auch in Bestbesetzung nie wirklich überzeugen konnte, sollten wir das Spiel deutlich mindestens mit 3:0 gewinnen. Zurücklehnen und entspannen dürfen wir uns allerdings erst, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat und die türkischen Spieler in der Kabine unter der Dusche stehen - man weiß ja nie…

Interessant dürfte auch die Situation in der Coaching-Zone werden, wenn Jogi “Tribünensitzer” Löw auf Fatih Terim, den emotionsvollen Trainer der Türken trifft, der mich irgendwie immer - ich kann ja nichts dafür - an einen schmierigen Bordellbesitzer erinnert, der selbst sein größter Kunde ist. Ja, das war äußerst böse und ich nehme es auch gleich wieder zurück. Aber der Mensch ist mir einfach unendlich unsympathisch!


3 Kommentare zu “Vorschau: Deutschland - Türkei”

  1. JoeD meint:

    hihi, Bordellbesitzer… du hast ja so recht - lustig finde ich aber auch, dass du dich erst mit dem Gedanken an “die türkischen Spieler in der Kabine unter der Dusche” so richtig entspannen kannst ;-)
    Aber Scherz beiseite: ich teile Deine Meinung über das Potenzial der Türken, trotz der deutschen Favoritenrolle. Dürfte jedenfalls ein äußerst spannendes, zumindest aber emotionsgeladenes Spiel werden… was will man mehr?
    Juhuu!!!

  2. Matthias meint:

    Und wer zum Rudelgucken noch ne passend witzige türkische Variante sucht, findet hier einige wirklich witzige Shirts.. Rudelgucken auf türkisch eben :)

    http://www.captain-trikot.de/allgemein/ruedelguecker-und-rudelgucker-schauen-gemeinsam/

  3. HaSS bei Tuerkei - Deutschland? » meint:

    [...] dieser Fussball-EM (UEFA EURO 08) in Österreich und der Schweiz. Apropos Schweiz: Schiedsrichter in Basel ist ausgerechnet der Schweizer Massimo Busacca (was in Augen der Türken wildeste [...]

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